9 Monate Schwangerschaft überleben

Eine lange Zeit der spannenden und nervenaufreibenden Schwangerschaft mit unserem zukünftigen Sohnemann liegt hinter uns und es sind nun noch gute 2 Wochen bis zum errechneten Geburtstermin. Nachdem sich die ersten 12 Wochen natürlich wie Kaugummi hingezogen haben, das zweite Trimester in die Weihnachtszeit fiel und daher etwas schneller verging, verfliegen diese letzten Wochen nun in Sekundenschnelle! Fassbar ist trotzdem noch nicht, dass da bald aus dem Bauch ein kleines Baby kommt. ‚Sorgen‘, ‚Warten‘, ‚Online-Shopping‘, ‚Ablenken‘ und ‚Checklisten‘ sind Schlagworte, die mich in den letzten Monaten begleitet haben.

SORGEN sind das, womit ich seit Beginn der Schwangerschaft zu kämpfen habe: Zunächst, ob der positive Schwangerschaftstest wirklich richtig anzeigt, dann, ob die Schwangerschaft auch bleibt, dann folgen die Sorgen über fehlende Schwangerschaftsbeschwerden und -anzeichen – oder auch, falls Beschwerden auftauchen, ob diese normal sind oder etwas nicht stimmen könnte. Google und seine Ergebnisse aus Schwangerschaftsforen werden zum besten Freund und alles andere steht plötzlich weiter hinten auf der Aktivitätenliste. Leider macht Dr. Google das Ganze nicht einfacher, da Horrorgeschichten dort vorrang haben. Schlimmes wird eben öfter publik gemacht als alles, was normal ist. So sieht es auch mit Geburtsberichten aus: Die Extreme von Youtube-Videos von Hausgeburten im Planschbecken mit darum herumtanzenden Geschwisterkindern und Horrorstorys von missglückten Geburtsversuchen, die natürlich in einem Notkaiserschnitt enden stehen sich im Web gegenüber und verunsichern noch mehr.

WARTEN auf die soundsovielte Schwangerschaftswoche wird zum Hobby Nummer zwei – in den Kalender wird jede Woche von mir eingetragen, wie weit wir denn nun sind und wann welche Meilensteine erreicht sind. Die kritischen 12 Wochen, das Erreichen der Halbzeit nach 20 Wochen, der Moment in dem das werdende Baby nicht mehr als Frühchen gilt. Jeder vergangene Tag wird abgehakt, jeder Termin wird eingetragen und jede Gewichts- und Längenschätzung penibel eingetragen. Nun bin ich an dem Punkt angelangt, an dem man auf die Ankündigung der Geburt wartet. Jedes Zipperlein wird argwöhnisch beobachtet.

ONLINE-SHOPPING ist im Mutterschutz ein ganz schöner Geldfresser und man muss sich ganz schön zusammenreißen, nicht den zehnten Body oder Strampler in Größe 56 zu kaufen, weil er doch so niedlich aussieht. Oder einen Stubenwagen mit einem nicht empfehlenswertem Nestchen, in das das Kind eh nur 12 Wochen lang passt. Wenn ich meine Erfahrungen in den ersten Wochen gemacht habe, werde ich hier mal aktualisieren, was man denn nun wirklich in der Praxis braucht und welche Anschaffungen eher Quatsch sind. Mit Geburten, Hochzeiten und dem Tod wird glaube ich das größte Geschäft gemacht – es sind alles Anlässe, in denen man alles richtig machen möchte, emotional nicht ganz zurechnungsfähig ist und damit ein super Klientel abgibt, dem man alles aus der Tasche ziehen kann.

ABLENKEN gestaltet sich schwieriger als man denkt. Die Freunde sind ja schließlich den ganzen Tag bei der Arbeit, während man im Mutterschutz zu Hause sitzt. Es hat immer alles mit der Zukunft zu tun und manchmal fragt man sich abends, was man denn den ganzen Tag lang überhaupt gemacht hat. Nähen, Basteln und Lesen sind für immer unbeweglicher werdende Baldmuttis eine Beschäftigungstherapie, ebenso wie das Packen der Kliniktasche und der Dekoration des Kinderzimmers. Worauf ich immernoch warte, ist dieser Nestbautrieb, sodass ich Lust hätte, die ganze Wohnung blitzeblank zu putzen. Dafür schreibe ich nun diesen Blog und führe parallel dazu ein Schwangerschaftstagebuch, was an den kleinen Mann adressiert geschrieben wird. Illustrative Zeichnungen ergänzen das Buch. Also: Grabt alte Hobbys wieder aus oder bringt euch etwas Neues bei – wichtig – was man auch im Sitzen und Liegen verfolgen kann!

CHECKLISTEN abzuhaken gilt auch als super Beschäftigung im Mutterschutz! Zunächst Superlisten aus vielen verschiedenen Büchern, Foren und Blogs zusammentragen und dann abhaken, was man schon besorgt hat. Macht Spaß, da es neue Shoppinglücken öffnet und es führt dazu, sich wieder bei Bekannten zu melden, z.B. um sich zu erkundigen, ob diese noch das Beistellbett oder einen Badeeimer übrig haben, wenn sie es nicht eh schon angeboten haben. Man stößt auf mehr Freude und Interesse, als man denkt! Checklisten gibt es zur Erstausstattung mit Empfehlungen zu Möbeln, Pflege und Kleidung fürs Baby, zur Kliniktasche für Mutter, Vater und Kind, zum Befüllen der Wickeltasche und To-Do-Listen für die Zeit direkt nach der Geburt. Mittlerweile bin ich beim Thema Kliniktasche angekommen, auf das ich hier sicherlich auch noch zurückkomme.

Wer hat noch gute Ideen, wie man sich die anfängliche Wartezeit in der Schwangerschaft und den Mutterschutz sinnvoll vertreiben kann? Gerne kommentieren!

Ein Gedanke zu “9 Monate Schwangerschaft überleben

  1. „Pläne schmieden“ würde ich noch ergänzen: Pläne für die Karenzzeit, Pläne für das erste Jahr mit dem Baby (welche Kurs möchte ich besuchen, welche nicht), Pläne für den ersten Urlaub (zur Oma und doch lieber ans Meer), Pläne für kommende Feierlichkeiten (Taufe, Geburtstage…) – das weckt die Vorfreude 🙂

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