Von Druckknöpfen und Selbstgesprächen

Björn, der Papa des kleinen Fiete, sagte letztens, er hätte noch nie so viel mit Druckknöpfen zu tun gehabt wie jetzt. Das kann ich bestätigen! Die praktischste Babykleidung zum Wickeln hat wirklich Unmengen von Druckknöpfen!

Während wir in Björns Urlaub in Fietes ersten zwei Wochen die Einteilung hatten, dass er wickelt und ich stille, plage ich mich nun tagsüber mit dem Problem herum, Dinge mit nur einer Hand zu erledigen. Anträge ausfüllen, die ruhigere Zeit nutzen, um mal ins Smartphone zu schauen, Wäsche waschen, Kleidung ordnen… Tja, so sieht das Leben nun aus. Achja, ich selbst muss mich auch ca. dreimal am Tag umziehen. Übrigens – auch Baby-Milchspucke riecht nach Erbrochenem.

Warum frisch gebackene Eltern etwas weltfremd werden und im kinderlosen Freundeskreis für Augenrollen sorgen, wird auch schnell deutlich. Bei uns bricht bei jedem Babypups unglaubliche Freude aus, da der Kleine es endlich geschafft hat, sich von einem „Quersitzer“ zu erleichtern. Selbst wenn vom Wickeltisch mal ein kleines oder großes Geschäft durch das Zimmer schießt, wird das mit Beifall honoriert! Der ultimative Tipp: Legt keinen Teppich vor den Wickeltisch!

Verabredungen pünktlich einzuhalten ist nicht mehr möglich. Im unpassendsten Moment will das kleine Wesen nocheinmal gewickelt oder gestillt werden. Wenn es dann allerdings gesättigt ist, fühlt es sich im schaukelnden Kinderwagen zum Schlafen am wohlsten. Schlafen, wenn das Kind schläft? Wie soll das denn gehen frage ich mich da.

Und noch mehr frage ich mich.. Was erzähle ich meinem Baby den ganzen lieben langen Tag, wenn wir zu Hause sind? Meine Lösung: Ich kommentiere nun alles, was ich mache und das auch noch in einem etwas quietschigeren Ton als zuvor. Vor dem Muttersein habe ich mir geschworen, niemals in der dritten Person von mir selbst zu reden. Tja – es ist schneller passiert, als mir lieb ist. „Die Mama föhnt sich jetzt die Haare.“, „Mama muss sich kurz ein Müsli machen.“ Zur Rechtfertigung vor mir selbst habe ich festgestellt, dass es ja auch der einzige Weg ist, dass er das Wort „Mama“ kennenlernt. Denn wer nennt mich sonst so? Björn zum Glück nicht – ich bin ja auch nicht seine Mama, sondern die von Fiete.

Die Mama geht jetzt auch oft mit Fiete spazieren, wovon sie selbst natürlich mehr mitbekommt als der Kleine. Als Ich-Möchte-Eine-Sexy-Mama-Sein-Und-Meine-Alte-Figur-Zurück-Motivation lege ich dabei das Iphone als Schrittzähler in den Kinderwagen, um abends leider feststellen zu müssen, dass dieses schlaue Gerät ‚Rollen‘ nicht als ‚Gehen‘ wahrnimmt und somit nichts aufgezeichnet hat. Ab heute stecke ich das Smartphone in die Hosentasche!

Schlecht sind wir auch im Kinderlieder Singen, weshalb unsere Nachbarn von unten drunter schon gefragt haben, warum wir ständig „Wir la-gen vor Maaa-da-gas-kaaar und hatten die Pest a-an Bord…“ sowie „Sag mal weinst du etwaaaaa oder ist es der Reeegen, der von deiner Nasenspitze tropft..“ trällern.

Aber wir üben das Elternsein ja auch schließlich noch. Solange uns der kleine, mittlerweile fast acht Wochen alte Spatz freudig anlacht, scheinen wir auch gar nicht so viel falsch zu machen.

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